""Der Begriff eines Noumenons [eines Dings an sich] ist also bloß ein Grenzbegriff, um die Anmaßung der Sinnlichkeit einzuschränkgen" (ebd.). In gewisser Wesie ist das Noumenon die Polizei der kritischen Vernunft, da es deren Tun in den von Kant gesteckten Grenzen hält. Für den preußischen Lutheraner Kant musste die kritische Vernunft zwar frei sein, aber sie musste die Freiheit, die Unsterblichkeit der Seele und Gott aussparen, die nämlich Postulate der reinen Vernunft sind und ohne die eine christliche Welt unmöglich ist. Das Noumenon ist also ein antimaterialistisches Kriegsgerät."

Onfray 2011, S. 272.

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