Buchbesprechungen

Thilo Bock: Tempelhofer Feld (2014)

Thilo Bock trinkt, liest und singt mit Leidenschaft. Sein Ziel ist es dereinst in allen Kneipen Berlins zumindest getrunken und als Autor von Kurztexten vorgelesen zu haben. Bock ist Berliner Patriot und Dadaist, wie sein Video „sei laut, sei im Weg, sei nicht von hier!“ zeigt, er ist gern gesehener Gast am LSD im Schokoladen, regelmässig Dichter als Goethe und Teilzeitinsasse einer Heil- und Pflegeanstalt für Autorennachwuchs in Wewelsfleth. In seiner Freizeit beschäftigt er sich gerne mit Lebensmitteln. Thilo Bock hat keinen Hund.  

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Tobias Chi: Heller (2010)

Ein Zürich-Roman, wie man ihn noch nie gelesen hat.

"Heller", das Debüt des Zürcher Autors Tobias Chi, entspinnt die fesselnde Geschichte um drei Männer, deren Wege sich auf schicksalshafte Weise überschneiden. Und erzählt en passant viele weitere Geschichten.

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Markus Gabriel: Warum es die Welt nicht gibt (2013)

Markus Gabriel, jüngster Philosophieprofessor Deutschlands, stellt in seinem Buch "Warum es die Welt nicht gibt" wenig erstaunlich die These auf - dass es die Welt nicht gibt. Sehr erstaunlich ist hingegen, dass Gabriel als zweiten Grundgedanken in seinem Buch den "neuen Realismus" sieht (S. 9, alle nicht anders ausgezeichneten Zitate aus Gabriel 2013). Denn Realismus bedeutet, "dass es eine denkunabhängige Wirklichkeit gibt" (Wikipedia), Realismus bedeutet also, dass es die Welt gibt. Dieser Widerspruch lässt sich dadurch auflösen, dass Gabriel zum einen mit unklaren Begriffen arbeitet. Zum anderen handelt es sich bei seiner Philosophie keinesfalls um einen Realismus, sondern um den Versuch einen philosophischen Idealismus als Realismus zu verkleiden. Wie aber kommt Gabriel überhaupt auf die Idee, dass es die Welt nicht geben soll?

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Thomas Nagel: Geist und Kosmos (2013)

"Die Philosophie muss komparativ vorgehen. Das Beste, was wir tun können, ist, auf jedem wichtigen Gebiet so vollständig und sorgfältig wie möglich konkurrierende alternative Konzeptionen zu entwickeln, die sich nach unseren jeweiligen Sympathien richten, und zu prüfen, wie sie gegeneinander abschneiden. Das ist eine glaubwürdigere Form des Fortschritts als der entscheidende Beweis oder die Widerlegung."

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Brigitte Falkenburg: Mythos Determinismus (2012)

Der Titel von Frau Professor Doktor Doktor Falkenburgs Buch ist verkaufstechnisch geschickt, inhaltlich aber nicht ganz präzise gewählt. Denn die Physikerin und Philosophin Brigitte Falkenburg behandelt in ihrem Buch zum einen vor allem das Reduktionsproblem der Hirnforschung, das nur am Rande mit Determinismus zu tun hat, zum anderen zeigt sie keineswegs, dass der Determinismus ein "Mythos" ist. Vielmehr gesteht sie sogar ein, dass es selbst in der möglicherweise indeterministischen Quantenmechanik viele deterministische Elemente gebe (z.B. S. 279) und deterministische Deutungen der Quantenmechanik durchaus möglich seien. Den "Determinismus für die Quantenprozesse metaphysisch durch verborgene Parameter oder Parallelwelten zu retten" findet sie schlicht "auch nicht plausibel" (S. 377) - es ist aber nicht unmöglich. Erstaunlich ist dieses Eingeständnis deshalb, da mit Ausnahme der Quantenmechanik (vermutlich) alle naturwissenschaftlichen Theorien deterministisch sind und sich Frau Falkenburg als Wissenschaftlerin versteht. Es stellt sich deshalb die Frage, wie Frau Falkenburg den Determinismus ausserhalb der Quantenmechanik als "Mythos" entlarven will und welche Folgen sich daraus ergeben.

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Rupert Sheldrake: Der Wissenschaftswahn (2012)

Rupert Sheldrake wirft in seinem Buch der Wissenschaft vor, ein Wahn zu sein, also eine Denkstörung, die sich dadurch auszeichnet, dass die eigene Überzeugung, also hier die Überzeugung der Wissenschaft unvereinbar ist mit der objektiv nachprüfbaren Realität, diese Unvereinbarkeit aber nicht eingesehen wird (Wikipedia). Den Nachweis für diese sehr starke Behauptung versucht der Autor vor allem mit Fragen zu erbringen, die die Wissenschaft nicht beantworten könne, sondern deren Antwort sie einfach als Dogma setze.

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Marcus Knaup, Tobias Müller, Patrick Spät (Hg.). Post-Physikalismus (2011)

Eine ausführliche und kompetente, von Joachim Schulz erstellte Rezension des Buches "Post-Physikalismus"  findet sich in den Sci-Logs (externer Link).

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Maxwell Bennett: Die philosophischen Grundlagen der Neurowissenschaften (2010)

Maxwell Bennett und Peter Hacker verfassten gemeinsam ein unglaublich umfangreiches und detailliertes Buch zu den Neurowissenschaften, in dem sie bislang wenig reflektierte Begriffe der Neurowissenschaften zu analysieren versuchten. Dieses Buch wurde kontrovers diskutiert und kurze Zeit später ist ein weiteres Buch erschienen, welches diese Debatte zum Inhalt hatte. Bennett und Hacker bringen in diesem neuen Buch ihre Thesen auf den Punkt, es kommen aber auch Kritiker wie Daniel Dennett und John R. Searle zur Sprache. Diese Rezension beruht auf diesem "Debattenbuch" (Neurowissenschaft und Philosophie: Gehirn, Geist und Sprache), das seinerseits auf dem Werk "Die philosophischen Grundlagen der Neurowissenschaften" basiert.

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Alva Noë: Du bist nicht dein Gehirn (2010)

Alva Noë ist Philosophieprofessor in Berkeley, der sich aus philosophischer Perspektive mit der Frage nach der Entstehung von Bewusstsein beschäftigt. Er ist der Ansicht, dass dem Gehirn zwar schon eine tragende Rolle für Bewusstsein zukomme (S. 208), dass Bewusstsein aber nicht im Gehirn entstehe (S. 19), sondern es letztendlich "wir" seien, die Bewusstsein aktiv "performten", "leisteten" oder "erschüfen". Nicht das Gehirn sei elementar, sondern das ganze Lebewesen als Träger der bewussten Eigenschaften (S. 58), das mit der Welt interagiere. "Gehirne denken nicht, denn sie haben keinen Geist, Mensch und Tier hingegen schon. Wenn wir den Beitrag des Gehirns zu geistigen Vorgängen verstehen wollen, müssen wir uns ein für alle Mal von der Vorstellung trennen, dass unser Geist in unserem Inneren und durch innere Vorgänge erzeugt wird." (S. 194).

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