Politische Philosophie

Wie viele biologische Geschlechter gibt es beim Menschen?

Im Sommer 2022 entbrannte an der Humboldt Universität in Berlin ein regelrecht absurder Streit. Die Uni hatte eine promovierende Biologin wieder ausgeladen, weil sie unter anderem darüber referieren wollte, dass es beim Menschen exakt zwei Geschlechter gebe. In Foren gingen die Emotionen hoch, lagen die Nerven blank und wurde suggeriert, dass diese Aussage kontrovers sei. Selbstverständlich ist sie es nicht.

Bedingungsloses Grundeinkommen

Unter einem Bedingungslosen Grundeinkommen (BGE) versteht man eine Utopie, in welcher alle Menschen vom Staat ohne Bedingungen eine Grundrente erhalten, die ein einfaches Leben ermöglichen soll. In der Schweiz wurde 2016 über die Einführung eines solchen BGE abgestimmt. Vorgesehen war ein Grundeinkommen von 2500 Franken für jede in der Schweiz wohnhafte erwachsene Person und 625 Franken pro Kind. Die Vorlage wurde mit über 75 Prozent der Stimmen verworfen.

Die Forderung nach einem BGE wird immer wieder gestellt. Es gibt auch immer wieder Versuche, es auf begrenzter und lokaler Ebene umzusetzen, um so empirisch zu erforschen, ob ein BGE überhaupt möglich wäre und welche Konsequenzen sich daraus ergäben. Bei Umfragen haben sich in Deutschland auch schon mehr als die Hälfte der Befragten für ein BGE ausgesprochen - was verspricht man sich davon?

Vergleich verschiedener Arten von "gendern"

In diesem Artikel werden die bekanntesten und erfolgsversprechendsten Arten von "gendern" anhand eines konstruierten Beispielsatzes verglichen. Die verschiedenen Formen werden im Artikel »Wie soll ich gendern? ausführlich besprochen.

Entgendern nach Rey (kurz: Reyvolution)

*** Disclaimer: Dieser Text kann Spuren von Ironie enthalten***

*** Vorbemerkung: Dieser Text folgt konsequent dem Entgendern nach Rey***

Das Entgendern nach Rey ist die einfachste Art, die deutsche Sprache möglichst gendergerecht zu machen. Durch eine einfache Anpassung der Sprache werden die monierten und realen Ungerechtigkeiten der deutschen Sprache in Bezug auf Geschlechterrollen egalisiert. Im Gegensatz zu anderen Formen des "Genderns" macht das Entgendern nach Rey die Sprache nicht komplizierter, sondern zugleich einfacher und präziser. Es handelt sich deshalb um eine regelrechte Reyvolution.

Deutsch als Sprache des Patriarchats

Gerne wird behauptet, dass die deutsche Sprache Männer bevorzuge. Begründet wird dies meist mit dem »generischen Maskulinum. Warum diese Deutung in der Regel falsch ist wird in verschiedenen Artikeln auf dieser Seite gezeigt (»Sex and Gender). Dass die deutsche Sprache Männer bevorzuge wird aber auch mit dem folgenden Beispiel ad absurdum geführt: "DIE männlichen Lehrer, DIE Deutsch unterrichten sind nicht in IHRER Schule. SIE sind im Home Office." Ist nur von Frauen die Rede lautet dieser Satz: "DIE LehrerINNEN, DIE Deutsch unterrichten sind nicht in IHRER Schule. SIE sind im Home Office." Das Patriarchat scheint komplett versagt zu haben.

Allerdings soll hier am Rande auch erwähnt werden, dass sich vom Genus ("die", "der", "das") im Deutschen nicht auf den Sexus ("Frau", "Mann", "Sache") schliessen lässt. Damit aber fällt die Argumentation, dass Deutsch eine Sprache des Patriarchats sei gleich zu Beginn in sich zusammen. Nicht zuletzt, weil dies auch auf das »generische Maskulinum zutrifft. 

Weitere Artikel zum Thema »Sex and Gender

Wie soll ich gendern?

"Gendern", das sprachliche Anpassen an Geschlechterrollen ist heute in aller Munde. Es ist ein Thema, das für viele Linke eine Herzensangelegenheit ist und das viele Rechte zur Weissglut bringt. In diesem Artikel wird erklärt, worum es bei der ganzen Thematik geht und welche Vor- und Nachteile die verschiedenen "Genderformen" haben. Soll man statt Lehrer besser Lehrperson sagen? Oder Lehrerinnen und Lehrer? Oder Lehrer*innen?

An unserer Schule gibt es nur Lehrer

Gerne wird beklagt, dass die deutsche Sprache Frauen benachteilige. Ein oft gehörtes Beispiel lautet wie folgt: sind 19 Lehrerinnen und ein Lehrer im Lehrerzimmer, dann ist es auch korrekt zu sagen, dass sich 20 Lehrer im Lehrerzimmer befinden. Es genügt also ein einziger Mann, um korrekterweise nur die maskuline Form zu verwenden, auch wenn es sich um eine grosse Mehrzahl an Frauen handelt. Bloss: auch wenn 20 Frauen im Lehrerzimmer sind, ist es korrekt zu sagen, dass sich 20 Lehrer im Lehrerzimmer befinden. Denn "Lehrer" hat hier keinen Bezug zum Sexus, zum männlichen Geschlecht.

Das generische Maskulinum

Die deutsche Sprache ist im Umbruch. Grund dafür sind vor allem zwei Dinge: die ursprüngliche Forderung des Feminismus, das Weibliche in der deutschen Sprache sichtbarer zu machen und das generische Maskulinum. Unter generischem Maskulinum versteht man Begriffe wie Lehrer, Bäcker oder Arzt, die zugleich eine geschlechtsneutrale Berufs- oder Rollenbezeichnung sind als auch spezifisch Männer diesen Berufs bezeichnen. Der Vorwurf des Feminismus lautet so, dass diese spezielle Form des generischen Maskulinums Frauen ignoriere. Frauen seien jeweils nur "mitgemeint", wenn man von Lehrern spreche. Sei die Rede davon, dass sich zwanzig Lehrer im Lehrerzimmer befinden, wisse man nicht, ob es sich dabei nur um Männer handle oder auch um Frauen. Streng genommen könnten 19 Frauen und ein Mann im Lehrerzimmer sein und die sprachlich korrekte Form wäre immer noch "Lehrer".

Sind Lehrpersonen die besseren Lehrer?

Im Versuch eine "gerechtere" Sprache zu erwirken werden immer wieder Worte durch andere Worte ersetzt. Dass dies sprachlich oftmals keinen Sinn ergibt zeigt das Beispiel des Lehrers, wo die generisch maskuline Form durch die generisch feminine Form von "Lehrperson" ersetzt wurde. 

Bevorzugt das generische Maskulinum Männer?

Vielleicht das Hauptargument gegen das generische Maskulinum lautet, dass es Männer hervorhebe und Frauen kaschiere. Spreche man von einer Gruppe von Lehrern, würde man sich vor allem Männer vorstellen und nicht Frauen. Das generische Maskulinum müsse deshalb ersetzt werden, um so Gleichberechtigung zu ermöglichen. Dieses Argument ist nicht grundsätzlich falsch, basiert aber zum einen auf einem falschen Sprachverständnis (vgl. dazu »Das generische Maskulinum) und wird zum anderen oft mit Beispielen begründet, die diese These nicht unterstützen, da das generische Maskulinum darin falsch angewandt wird. 

Die These der sprachlichen Unterdrückung von Frauen wird gerne damit begründet, dass die Sprache durch das Patriarchat gebildet worden sei und damit auch die Unterdrückung der Frau zementiere. Wie im Artikel zum »generischen Maskulinum gezeigt wird, ist dieser Vorwurf nicht haltbar. Die Sprache hat sich evolutionär entwickelt und ist was das Geschlecht angeht erstaunlich neutral. Vor allem aber kann nicht vom Genus ("der", "die", "das") auf den Sexus (männlich, weiblich, sächlich/neutral) geschlossen werden. Wäre dies möglich, dann wäre die deutsche Sprache sogar sehr feminin: immerhin wird der Plural mit "die" gebildet (die Lehrer) - und haben 45 Prozent der deutschen Substantive einen femininen Genus und nur 31 Prozent einen maskulinen. 

Sex und Gender - freie Wahl des Geschlechts?

Eines der aktuell heiss diskutierten politischen Themen ist jenes um die Frage nach Sex und Gender. Erschwert wird die Debatte dadurch, dass oftmals unklare Begriffe verwendet werden. In diesem Artikel soll deshalb der Versuch gewagt werden, diese Begriffe wie sie im aktuellen Diskurs verwendet werden möglichst klar zu definieren. 

Die Unterscheidung der zwei Begriffe "Sex" und "Gender" stammen aus dem Englischen. Im heutigen Diskurs werden damit ganz unterschiedliche Vorstellungen bezeichnet.