Charles Darwin (1809-1882)

Der Brite Charles Darwin wurde 1809 geboren und hatte auf Anraten seines Vaters Theologie studiert. Sein Herz hatte jedoch immer für die Naturwissenschaften geschlagen. So machte er sich nur wenige Monate nach dem Ende seines Studiums auf eine Weltreise, die ihn durch den Atlantik und südlich um Südamerika herum auf die Galapagos-Inseln brachte. Bei all seinen Landgängen sammelte er Proben von Steinen, Pflanzen und Tieren, die er fortlaufend, insbesondere aber auch nach seiner Rückkehr nach England auswertete.

Grosse gesundheitliche und familiäre Probleme führten dazu, dass Darwin den Glauben an eine gerechte Welt verlor und seine Zweifel an der biblischen Schöpfungslehre immer grösser wurden. Gleichwohl schreckte er davor zurück, seine radikalsten Gedanken zu veröffentlichen, da sie reine Gotteslästerung zu sein schienen. Erst als ein junger Forscher in Indonesien zu ähnlichen Erkenntnissen gekommen war, veröffentlichte Darwin unter Druck seiner Kollegen sein grosses Werk »Die Entstehung der Arten«. 

Kern seiner Ausführungen waren Gedanken zur »natürlichen Selektion« (vgl. unten). Diese Ideen kontrastierten direkt mit der christlichen Lehre, weshalb Darwins Gedanken in diesen Kreisen bis heute bezweifelt und angefeindet werden. Doch in wissenschaftlichen Kreisen, setzte sich die von Darwin entdeckte Evolutionstheorie rasch durch und gilt heute als eine der am besten bestätigten wissenschaftlichen Theorien.

Die Evolutionstheorie

Entstehung

Charles Darwin hatte auf den Galapagos-Inseln verschiedene Vögel gefangen und konserviert. Als er diese Zuhause genauer untersuchte stellte er fest, dass fast jede Insel eine eigene Vogelart beherbergte, die aber miteinander verwandt zu sein schienen. Es ergab aber kaum Sinn, dass Gott für jede Insel eine eigene Art erschaffen hatte. Darwin erschien es viel einleuchtender, dass alle Vögel vom gleichen Urahn abstammten und sich erst danach zu unterschiedlichen Arten differenziert hatten (vgl. Bild).

Gemeinsame Abstammung

Aus solchen Gedanken zog er den weitgehenden Schluss, dass letztendlich alle Lebewesen von gemeinsamen Vorfahren abstammen müssen (Welsch: Gemeinsame Abstammung), die sich über die Jahrmillionen unterschiedlich entwickelt haben (entwickeln = »to evolve«, daher »Evolution«). Hatten beispielsweise Affe und Mensch gemeinsame Vorfahren, liess sich deren Ähnlichkeit leicht erklären. Dies bedeutete aber auch, dass der Mensch nicht »Krone der Schöpfung« sein konnte und die Evolutionstheorie damit nicht mit der biblischen Schöpfungsgeschichte übereinstimmen konnte.

Die gemeinsame Abstammung von Mensch und Tier lässt sich gut damit illustrieren, dass der Flügel eines Vogels wie die Füsse eines Säugetieres oder die Hände eines Menschen fünf »Finger« hat, die man im Ansatz sogar bei Fischen findet. Betrachtet man den Körperbau verschiedener Tiere, findet man immer wieder den gleichen Aufbau, was auf gemeinsame Urahnen, auf eine gemeinsame Abstammung schliessen lässt. Doch obwohl die Lebewesen quasi auf einem Baukastensystem aufbauen, unterscheiden sie sich stark voneinander. Dies erklärt die Evolutionstheorie mit der »natürlichen Selektion«. 

natürliche Selektion (natürliche Auswahl)

Selektion bedeutet dasselbe wie Auswahl. Unter natürlicher Selektion versteht man deshalb die Vorstellung, dass die Natur auswählt, wer überlebt und wer nicht. Diese Auswahl geschieht zwar zufällig, doch führt sie dazu, dass vor allem in Krisenzeiten nur jene Lebewesen überleben, welche der jeweiligen Situation besonders gut angepasst sind oder flexibel auf Veränderungen reagieren können. Bezogen auf die Vögel auf den Galapagos-Inseln bedeutet das, dass bei Nahrungsknappheit nur jene Vögel überlebten, die noch an Nahrung kamen oder mit weniger Nahrung auskamen als andere. Je nach Nahrungsangebot (Kerne, Beeren, Kakteen) entwickelten die Vögel auf jeder Insel andere Eigenschaften, was sich am offensichtlichsten an der Schnabelform zeigte. Durch die natürliche Selektion waren also neue Arten entstanden, indem nur jene Tiere überlebten, welche besonders »fit« waren.

Survival of the Fittest

Im Englischen bedeutet »it fits« »es passt«. In diesem Sinne meint »Fitness« bei Darwin »angepasst« oder »anpassungsfähig«.  Im Kern lässt sich die Vorstellung des »Überlebens der Fittesten« auch ganz einfach mit »es überlebt, wer überlebt« formulieren. 

Sexuelle Fortpflanzung

Als ein besonders erfolgreicher Bestandteil der Selektion gilt die sexuelle Fortpflanzung. Sie hat den Vorteil, dass sämtliche Nachkommen über unterschiedliches Genmaterial verfügen und so sehr viel »ausprobiert« werden kann. Die »erfolgreichen« Individuen werden sich fortpflanzen und die »erfolgreichen« Gene weitergeben, Krankheiten und Missbildungen gehen in der Regel früher oder später verloren. Hinzu kommen Mutationen, also Veränderungen des Erbguts, die »zufällig« geschehen und positive wie negative Auswirkungen haben können.

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