"Die Quantenmechanik von 1925 schließt die Kausalitätslücke nicht. Sie umfasst zwei Dynamiken: die deterministische, reversible Zustandsentwicklung der Wellenfunktion Psi, die auf der Ebene des Einzelprozesses keine physikalische Interpretation hat; und den Messprozess, der in einer unstetigen, irreversiblen Zustandsänderung zu einem bestimmten Messergebnis führt (siehe Abb. 5.2) - wie und warum, weiß niemand. Die probabilistische Deutung von Max Born (1882-1970) deutet die Wellenfunktion Psi als Maß für die Wahrscheinlichkeit, mit der ein Messergebnis zustande kommt (Abb. 5.3). Der Messprozess wird oft als ein thermodynamischer Vorgang betrachtet, mit dem ein irreversibler Verlust an quantenmechanischer Information verbunden ist."

Falkenburg 2012, S. 279.

"Dennoch gibt es auch strikte Gesetze, die für einzelne Quantenprozesse gelten - die Erhaltungssätze der Physik für Größen wie Energie, Impuls, Drehimpuls oder Spin, eine Quanteneigenschaft subatomarer Teilchen. Sie gelten zum Beispiel für radioaktive Zerfälle, bei denen zwei Teilchen entstehen. .... Nach den Erhaltungssätzen der Quantenphysik gelten die Korrelationen für jedes gemessene Teilchenpaar; ihre Korrelation ist strikt determiniert. Nach der Bedingung der Einstein-Kausalität sind sie zugleich akausal, da die Spezielle Relativitätstheorie kausale Beziehungen auf Ereignisse innerhalb des Lichtkegels beschränkt."

Falkenburg 2012, S. 280.

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