"Später wurde mir klar, womit ich mir die Anerkennung meines Professors erworben hatte, als ich einmal einen Seminarvortrag über Hegels Phänomenologie des Geistes hielt. Ich hatte einfach instinktiv den Sokal-Trick angewendet, nämlich die Wortmusik des Hegelschen Jargons imitierend einen dem Original ähnlichen Text verfasst, ohne irgendetwas verstanden zu haben, ohne wirklich logische Analysen vorzulegen. Vielleicht half mir meine mittlere musikalische Begabung etwas dabei, die idealistischen Worthülsen emphatisch vorzutragen, aber im Nachhinein bin ich davon überzeugt, dass der anschließende Dialog über meinen Hegelvortrag ein "dialogo de besugos" war, wie man im Spanischen zu sagen pflegt, ein Gespräch, bei dem jeder an jedem vorbeiredet, ohne es zu merken.

Kanitscheider 2007, S. 14.

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