"Einzelne Elektronen haben keine Farbe; doch ihre Wechselwirkungen innerhalb des Atoms führen dazu, dass farbige Lichtquanten absorbiert oder ausgesendet werden. Allerdings gibt es hier die Lichtquanten als empirisch nachweisbare "Träger" der Farbe, wie ephemer die Quanten des elektrodynamischen Felds auch immer sein mögen. Die Farbe entspricht der Energie, und die Energie ist eine Erhaltungsgröße, die in allen physikalischen Prozessen noch als eine Art "Substanz" erhalten bleibt. Wie weit trägt dieses physikalische Vorbild für das neuronale Netz in unserem Kopf? Gibt es hier auch "Austauschquanten", die als Träger von Bewusstsein fungieren könnten? Die Versuchung ist groß dies anzunehmen, doch wurden noch keine solchen bewussten Wechselwirkungsneurone entdeckt. 

An dieser Stelle die Quanteneigenschaften der Gehirnmaterie verantwortlich machen zu wollen, ist hochspekulative Metaphysik, falls es nicht auf einen Kategorienfehler hinausläuft. Bewusstsein - als Fähigkeit, etwas aus subjektiver Perspektive zu erleben - ist phänomenologisch etwas völlig anderes als physikalische Eigenschaften wie Farbe oder Energie, die sich objektivieren und messen lassen; und hierin liegt das größte Reduktionsproblem der Hirnforschung."

Falkenburg 2012, S. 341f.

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