"Ist das Geist-Gehirn-Problem damit gelöst?

Es mehr sich aufgrund des rasanten Fortschritts in der empirischen Bewusstseinsforschung die Zahl derjenigen Philosophen, die davon überzeugt sind, dass Geistzustände wesensmäßig Hirnzustände sind. Allerdings gibt es unter ihnen unterschiedliche Ansichten darüber, ob man deshalb auch Bewusstsein mit naturwissenschaftlichen Begriffen vollständig erklären könne. Einige wie die Philosophen Patricia und Paul Churchland halten diese Frage zumindest im Prinzip für beantwortet und sehen die Möglichkeit, die ganze "alltagspsychologische" Redeweise von geistigen Zuständen demnächst durch eine exaktere neurobiologische ersetzen zu können. Andere wie Thomas Metzinger und Michael Pauen lehnen eine solche "reduktionistische" Lösung des Geist-Gehirn-Problems ab, halten eine neurobiologische Erklärung des Bewusstseins im Prinzip aber für möglich. Wieder andere wie David Chalmers und Joseph Levine versuchen hingegen nachzuweisen, dass dies niemals gelingen wird, weil es hier eine unüberschreitbare "Erklärungslücke" gibt. 

Kein Hirnforscher wird trotz der genannten Fortschritte das Geist-Gehirn-Problem ernsthaft als bereits gelöst ansehen."

»Roth 2003, S. 134f.

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