"Was also erklärt uns die Hirnforschung, und was erklärt sie uns nicht? Sie erklärt uns viele neuronale Mechanismen, die das Gehirngeschehen steuern. Und sie liefert uns tiefe Einsichten in beidseitige kausale Beziehungen [!], die das Gehirn und das Bewusstsein miteinander verbinden. Diese kausalen Beziehungen sind aber viel schwächer als die neuronalen Deterministen uns glauben machen wollen. Sie bilden ein loses Bedingungsgefüge im Sinne des Empiristen John Stuart Mill, aber keine Zusammenhänge, die durch strikt deterministische Gesetze regiert werden. Dabei erklären sie immerhin, welche physischen Faktoren kausal relevant für das Auftreten von mentalen Dysfunktionen sind, und wie sich mit Medikamenten oder anderen Therapien darauf Einfluss nehmen lässt."

Falkenburg 2012, S. 384f.

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